13. La Forêt Fouesnant/Concarneau (Bretagne) - Cayeux-sur-Mer (Normandie)
Sehr traurig über unseren Aufbruch aus der Bretagne begeben wir uns an einem regnerischen Morgen um Punkt acht Uhr in Richtung Normandie. Wir fahren den ganzen Tag und sind um 18:00 Uhr am Campingplatz in Brighton, 2km von Cayeux-sur-Mer. Wir sind an der Baie de Somme, das ein fantastisches Vogelschutzgebiet ist. Das Meer zieht sich bei Ebbe sehr weit zurück, riesengroße Sandbänke kommen zum Vorschein. Und, zu unserem Glück, leben dort auch zweierlei Arten von Robben. Diese dürfen wir von netten Robbenschützern durch deren Fernglas beobachten. Die Schützer sind gerade jeden Tag vor Ort, um sicherzustellen, dass keiner näher als 300m an die Robben herankommt. Zudem erwarten die Robben im Juni Nachwuchs. Auf diesen wird auch gerade sehnsüchtig gewartet.
Das Meer in der Normandie ist rauh - die Nordsee ist ein harter Kontrast zu unseren bisherigen Meerkontakten. Der Strand ist mit Kieselsteinen präpariert, damit das Meer nicht zu viel Land abgewinnt. Der kleine Ort Hourdel lebt immer noch von der Fischerei und wirkt sehr ursprünglich.
Am Tag der Abreise haben wir einen Platten am Wohnwagen! Wir sind geschockt! Gott sei Dank haben wir auf ein Ersatzrad bestanden.
Ich frage um Hilfe bei der Campingplatzleitung. Diese geht mit mir zu einer Gruppe Senioren-Dauercamper, die gerade mit einem schönen Essensbuffet im Gemeinschaftsraum ihr alljährliches Wiedersehen feiern wollten- und fragt diese nach Hilfe. Erst zögern sie, dann folgen mir vier stämmige Männer, die uns mit Wagenheber und Muskelkraft beim Reifenwechsel helfen. Das war schon cool 👍🏻 Danke an das Team von Camping le bois de pins.
Auf diese Weise konnten wir noch pünktlich unsere Weiterreise nach Belgien antreten.
12. Saint Gildas de Rhys/Vannes (Bretagne) - La Forêt Fouesnant/Concarneau (Bretagne)
Als wir sehr wehleidig nach zwei Wochen von unserem Lieblingsplatz wegfahren, erwarten wir nicht, dass der nächste Platz so schön ist. Trotz der Nähe zur sehr touristischen Stadt Concarneau ist La Forêt Fouesnant superruhig und klein. Der Platz ist aus einem Bauernhof entstanden und wird als Familienbetrieb weitergeführt. Der Großvater hatte noch Kühe, aber man sah das nicht so gerne in der Nähe des Strandes. Auf diese Weise ist der Campingplatz gewachsen. Wir haben eine kleine Badebucht und die Option zum großen Sandstrand zu laufen. Die Stadt besteht aus vier Campingplätzen. Im Sommer ist was los!!
Der Kerleven Strand ist wunderschön und bietet eine tolle Aussicht auf die Bucht. Im kleinen Hafen liegen Segelboote, Ausflugboote und Wettkampfsegler. Hier werden auch Imocas für die Vendée Globe gebaut oder überholt. Es war so toll, diese Schiffe aus der Nähe zu sehen.
Concarneau ist 10 Minuten entfernt und mit allem ausgestattet, was ein Bretagnebesuch braucht: eine Ville Clos - aus einem Kloster entstandene Altstadt umrahmt von Hafen und Meer mit Flanierstraße. Ein Maritim-Museum und Forschungszentrum, das bereits 1859 gegründet wurde und immer noch aktiv ist. Die alten Forschungsbecken sind mit Meerwasser geflutet.
Und nicht zuletzt habe ich die Imoca vom Gewinner der Vendée Globe 2025 im Hafenbecken gesehen.
Elouan bekam noch einen neuen Haarschnitt und wir aßen superleckere Galettes und Crèpes an einem Stehrestaurant.
Wir besuchten noch die historische Stadt Pont Aven, hier haben viele Künstler berühmte Bilder gemalt, inspiriert von dem ruhigen Flüsschen und der malerischen Altstadt. Am Fluss wurde außerhalb des Hauses Wäsche gewaschen-davon zeugen heute noch die Stufen aus der Mauer, die zum Fluss führen.
Als wir wieder mit unserem Riesenschiff rückwärts dank Mover ausgeparkt haben, sind die Campingplatzchefin und Chef noch zu uns gekommen, betrachteten das Schauspiel interessiert und wünschten uns eine schöne Reise :)🧳
11. Etappe Arès/Bordeaux - Saint Gildas de Rhys/Vannes (Bretagne)
Wir sind endlich da! Unser zweites wichtiges Ziel, unsere Lieblingsgegend Bretagne, ist erreicht. Da ich seit 40 Jahren in diese Gegend komme, kenne ich mich gut aus und wusste bereits vorab, welchen Campingplatz wir nehmen: Camping Municipal Kerver. Dieser stadteigene Campingplatz liegt phänomenal hinter der Düne am Sandstrand. Wir bekommen einen superschönen und großen Stellplatz und die Nachbarn sind alle nett! Sonntag abends gibt es immer Campingplatz-Apero und wir gehen auch gleich mal zum gemeinsamen Treffen. Wir lernen Hemsbacher (Dieter und Angnès) kennen, die uns die perfekte Route für unsere Australienreise präsentieren, da sie diese schon gemacht haben. Auch Fidschi und Neuseeland sind wir mit den beiden durchgegangen. Wir sind jetzt bestens vorbereitet :)
Die Leitung des Platzes, Marjorie und Nicolas, machen das einfach toll und familiär. Wir fühlten uns so gut aufgehoben, sodass ich fast weinen musste, als wir wieder los sind. Vielen Dank an euch zwei!!
Da das Wetter so genial war, haben wir kaum Ausflüge gemacht, sondern genossen den Strand, bauten Burgen, ließen Drachen steigen, übten Surfen und suchten die 100ste Krabbe und Muschel in der Ebbe. Der einzige große Ausflug führte uns wieder zum Schloss Suscinio, welches ich mir seit 20 Jahren anschaue. Es wird stets weiter restauriert und das Ergebnis ist beeindruckend. Für Kinder gab es an diesem Tag ein Mittelalterfestival.
10. Etappe Cayriech/Montauban (Frankreich) - Arès, Bassin d’ Arcachon (Bordeaux)
Wir kommen auf einen Campingplatz an der Westküste Frankreichs, kurz hinter Bordeaux am Bassin von Arcachon, 10 km von der Küste. Das Bassin ist eine große Wasseroase im Inland, die mit Meereswasser gespeist wird und so auch die Gezeiten wie Ebbe und Flut mitmacht. Das Gebiet herum ist Naturschutzgebiet, man kann alles mit dem Fahrrad erradeln, was ziemlich viel Spaß macht. Wir leihen uns Räder und viel unterwegs.
Die Stimmung auf dem Campingplatz ist leider schlecht. Schon als wir ankommen, merken wir, dass die meisten Menschen dort nicht begeistert sind, dass hier vier Kinder aussteigen. Wir werden kaum begrüßt, eher abschätzig angeschaut. Das Ganze schaukelt sich so hoch, dass ein altes holländisches Ehepaar sich bei der Leitung beschwert. Nach langen Erklärungen unsererseits entschuldigt sich die Leitung bei uns, jedoch ist unsere Stimmung dadurch getrübt und wir sind froh, nach 4 Tagen abreisen zu können. Diese Situation hat uns leider gezeigt, dass viele ältere Menschen keinesfalls Kinder oder Familien gut finden und dies leider auch bei anderen auf fruchtbaren Boden trifft. Die Zeit für ein soziales Miteinander scheint noch nicht gekommen und das Bewusstsein, dass jede Generation von der anderen abhängig sein könnte auch nicht.
9. Etappe: Roca Grossa/Calella - Cayriech/Montauban (Frankreich)
Wir lassen Spanien wieder hinter uns und bewegen uns wieder nach Frankreich. Die Landschaft um Montpellier und Narbonne ist auf der Fahrt zu schön!🤩 Am Liebsten würden wir einen Stellplatz suchen, aber wir müssen weiter nach Norden, sonst wird die Strecke zu weit in die Bretagne. Nach 7 Stunden Fahrt kommen wir bei Montauban in Cayriech an. Ein supernettes Ehepaar hat dort vor 2 Jahren einen Campingplatz übernommen. Der Platz ist herrlich still in der Natur und die Besitzerin kocht uns abends ein sehr leckeres Essen. Wir machen 2 Tage tolle Ausflüge in der Gegend Tarn-et-Garonne und bereuen mal wieder, nur so kurz da sein zu können. Die Gegend ist voller mittelalterlicher Sehenswürdigkeiten, da hier der Krieg nicht so viel zerstört hat. Bruniquel et St. Antonin-Noble-Val.
5. Etappe:
Camping la ferme du Pelou/Les Eyzies - St. Jean de Luz/Biarritz 380km
Wir treten in die Touristenhochburg ein. Campermobile und Hänger. Wir sind auf einem sehr gepflegten Campingplatz am Strand von Erromardie. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt. Das Meer hat 14 Grad, der Pool 24. Wir testen beides und holen auch endlich das Surfbrett raus. Die Küste ist sehr malerisch und man kann auch hier wieder den Jakobsweg laufen. Die Sonne scheint jeden Tag und wir haben auch schon den ersten Sonnenbrand. Zum Glück ist nicht Hauptsaison, denn hier steppt dann wohl der Bär. 🐻
Das Meer ist viel zu ruhig für Pays-Basques
Kanal aus dem Campingplatz ins Meer
Sentier du littorale
im Wäldchen entlang des Wanderweges
Die Grundstücke der Reichen und Schönen :)
Hubschrauberlandeplatz am Strand
Die Einzigen im Pool
4. Etappe:
La Semnadisse/Poitiers - Camping la ferme du Pelou/Les Eyzies, 257 km
Nach einer recht gemütlichen Fahrt war das Ende dieser wieder sehr dramatisch - wir zuckelten mit unserem Monsterhänger 30km durch Mini-Feldwege und kleine französische Dörfer und warteten nur darauf, endlich festzustecken. Doch irgendwie schafften wir es doch und waren auf einmal hoch oben auf einem Berg auf einem 2-Sterne Campingplatz, der wunderbar ist. Sehr gepflegt, schöne Sanitäranlagen, viele Dauercampingplätze (also keiner da) und Mobile Homes mit einer Aussicht, die einfach sensationell ist.
Wir befinden uns hier in Aquitanien, genauer im Périgord Nord, im Tal des Flusses Vérzère. Hier wurden Menschensiedlungen aus dem Jungpaläolithikum (40.000-9.500 v.Ch.) gefunden. Die Menschen lebten in diesen Halbhöhlen aus Kalkstein. Auch im Mittelalter bis in die Neuzeit wurden diese Höhlen als Festungen oder als Häuser bewohnt. Das letzte Ehepaar verließ sein Höhlenhaus tatsächlich erst 1966. Wir haben uns das fasziniert angesehen.
Titel und dieses Bild: Les Grottes du Roc de Cazelle
Unbedingt besuchen! Hier lebte auch das Ehepaar Hussel bis 1966. Video auf der Homepage mit Film zur Geschichte.
Maison Forte de Reignac
Frankreichs komplett erhaltenes Schloss im Felsen. Bis 1913 lebte dort noch eine Adelsfamilie.
Grande Salle d‘Honneur
Blick von der zweiten Terrasse
Davor
Wendeltreppe im Inneren mit alten, in den Stein geschlagenen Stufen
Chateau Castelnaud-neu renoviert, mit dem Ziel, der Nachwelt ein historisches Erbe zu hinterlassen.
Chateau Castelnaud-Blick auf die Dordogne-strategisch äußerst gut gelegen, jeder, der ankam, konnte sofort gesichtet und angegriffen werden
Originalgetreue Nachbauten von Steinschleudern (machines de guerre) aus dem Mittelalter. Das Berechnen der Maße war enorme Arbeit: man musste in mittelalterlichen Büchern nach Zeichnungen und Bemaßungen suchen und diese auf die Neuzeit übertragen. Dieses tolle und einzigartige Werk vollbrachte: Renaud Beffeyete.
Öhm
3. Etappe:
Camping de l'Ile, Ranchot/Besancon - La Semnadisse/Poitiers 366km
Ganz hektisch suchte ich in Ranchot nach einem neuen Platz. Das Problem war schnell gefunden: wir sind zu lang und haben am Hänger zwei Achsen. Zudem haben noch sehr viele Plätze bis 1.4. geschlossen. Den Plan Richtung Lyon zu fahren, habe ich nach drei Stunden Suche verworfen und mich Richtung Westen orientiert. Dort habe ich im Nirgendwo einen Naturcampingplatz gefunden. Superländlich, superruhig und auch superschön. La Semnadisse, ein Ort mit drei Häusern und diesem einzigartigen Campingplatz. Hier stehen Mobile Homes auf einem freien Feld-der Blick ist unglaublich und dahinter gibt es sogar ein Waldstück mit Teich und Fluss zum Schwimmen. Wir genießen nun die Ruhe und das Landleben. Die Kinder sind glücklich, wir sind es auch.
Blick auf die freie Wiese mit Jurten und Mobile Homes. Dahinter der Wald mit Fluss und See.
Jarnage, See mit Trimm-Dich-Strecke -los gehts!
2. Etappe:
Bruyères - Camping de l'Ile, Ranchot/Besancon, 170 km.
Die Fahrt verlief sehr gut, die Route Nationale war topp in Schuss und frei. Wir wollen nun für 2 Tage auf einem Campingplatz bleiben, damit wir weiter planen können (in Spanien und Portugal soll es furchtbar regnen). Der Campingplatz direkt am Fluss (zwischen Doubs und dem Rhein-Rhone-Kanal im französischen Jura und entlang des tollen Radweges A6) ist gerade sehr schön gelegen und nicht so teuer.
Hier verbinden sich die zwei Flüsse. Man kann auch mit dem Hausboot auf dem Kanal weiterfahren.
1. Etappe:
Lampertheim-Bruyéres, 270 km
Unser erstes Ziel war ein kleiner Bauernhof - ein Stellplatz für eine Nacht. Die Felder waren dort riesig, das Wetter superschön und die Besitzer waren sehr nett (ein wirklich empfehlenswerter Roadsurfer Spot). Zum Übernachten ideal. Auch das erste Mal ankuppeln und abhängen klappte erstaunlich gut. Nur musste uns der Besitzer einparken :) Zum Glück funktionierte die Gasheizung über Nacht gut - es war noch wirklich kalt (ca. 0 Grad).